Mit dabei sind u. a. neue Filme von Faraz Shariat, Anna Roller, Kai Stänicke, Yulia Lokshina und Frederike Migom mit Jannis Niewöhner, Emilia Schüle, Luna Wedler und vielen weiteren. Die Filme sind in renommierten Sektionen wie »Panorama«, »Perspectives«, »Generation« und »Panorama Dokumente« vertreten. Zusätzlich gestaltet die Hessen Film & Medien ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Branchenevents und Panels und freut sich über zwölf Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik für sieben geförderte Filme, der während der Berlinale verliehen wird.
»Unsere diesjährige Berlinale-Präsenz steht für eine Entwicklung, für die wir über Jahre hinweg gemeinsam mit unserem Team und der Branche gearbeitet haben: für Filme mit einer starken künstlerischen Handschrift, mit gesellschaftlicher Relevanz und mit vielfältigen Stimmen vor und hinter der Kamera«, erklärt Anna Schoeppe, Geschäftsführerin der Hessen Film & Medien. »Die in den sechs Filmen verhandelten Konflikte – Machtmissbrauch, das Ringen um Würde, die Fragilität persönlicher Beziehungen – sind nicht abstrakt, sondern Teil unserer gesellschaftlichen Realität und spiegeln zugleich das erzählerische Potenzial einer lebendigen und diversen hessischen Filmszene. Dass diese Perspektiven auf der Berlinale ein großes Publikum erreichen, ist Ausdruck einer über Jahre gewachsenen Förderarbeit, auf die wir stolz sind.«
Vom Maintal bis Paraguay: Sechs filmische Erzählungen aus Hessen
Mit dabei ist die unter anderem in Maintal und Frankfurt gedrehte Literaturverfilmung und Liebesgeschichte »Allegro Pastell« von Anna Roller (Sektion Panorama), produziert von Walker + Worm Film in Koproduktion mit ARD Degeto und dem Bayerischen Rundfunk. Ebenfalls im Panorama läuft »Staatsschutz«, ein politisches Drama von Faraz Shariat, produziert von Jünglinge Film GmbH. In der Sektion Perspectives feiert Kai Stänickes Spielfilmdebüt »Der Heimatlose« Premiere, bei dem der Hesse Florian Mag die Kamera führte. Das Drama erzählt von Rückkehr, Erinnerung und Ausschluss, und wird produziert von der Tamtam Film GmbH.
Gleich zwei geförderte Coming-of-Age-Filme sind in der Generation-Reihe vertreten: »The lights, they fall« von Saša Vajda (Generation 14plus), postproduziert in Frankfurt bei Fundemental Studios, sowie »Tegenwoordig heet iedereen Sorry« von Frederike Migom (Generation Kplus), produziert von CALA Film West.
Komplettiert wird das hessische Berlinale-Programm durch den dokumentarischen Essayfilm »Im Umkreis des Paradieses« von Yulia Lokshina (Panorama Dokumente), der in Hessen postproduziert wurde.
Zahlreiche Teilnehmer*innen des STEP-Programms der Hessen Film & Medien konnten bei der Produktion der Filme wertvolle Praxiserfahrungen sammeln, und so bereits in frühen Phasen ihrer Laufbahn an Berlinale-Beiträgen mitwirken.
Austausch, Perspektiven, Standortentwicklung
Auch jenseits der Leinwand ist die Hessen Film & Medien auf der Berlinale präsent: mit thematischen Formaten zu Literaturverfilmungen, internationalen Koproduktionen und Nachwuchsförderung. Dabei stehen der fachliche Austausch, neue Impulse und gezielte Vernetzung im Fokus:
Impulse für die Branche
Im Zentrum stehen eine Paneldiskussion zur Zukunft der Filmförderung sowie ein Coproduction Brunch mit Produzent*innen aus Hessen und den Partnerregionen Emilia Romagna und Nouvelle-Aquitaine. Auch ein internationales Networking-Format mit kanadischen Partner*innen ist geplant.
Förderung für neue Talente
Die Hessen Film & Medien unterstützt auch 2026 die Initiativen Encourage Film Talents (Nachwuchsplattform im DACH-Raum) und JETS – Junior Entertainment Talent Slate, das internationale Koproduktionsnetzwerke aufbaut.
Diversität und Sichtbarkeit
Im Rahmen des EFM Toolbox Programms, einer Initiative für mehr Diversität und Inklusion, nehmen auf Initiative der Hessen Film & Medien die hessischen Produzentinnen Antonia Kilian (Pink Shadow Films) und Andishe Danesh (Neopol Film) teil.
European Shooting Stars
Zudem unterstützt die Filmförderung das renommierte Talentprogramm European Shooting Stars, in dem dieses Jahr Enno Trebs vorgestellt wird. Bald ist er im Film »1949/Vaterland« von Pawel Pawlikowski zu sehen, der mit Unterstützung der Hessen Film & Medien entsteht. Neben Enno Trebs wurden neun weitere europäische Talente für das renommierte Programm ausgewählt, das den Weg für internationale Karrieren ebnet.
Schöne Nachrichten aus Hessen
Mit zwölf Nominierungen für sieben geförderte Filme blickt die Hessen Film & Medien auf die Verleihung des Preises der deutschen Filmkritik am 15. Februar während der Berlinale. Anatol Schusters Debütfilm »Chaos und Stille« geht in den Kategorien Beste Darstellerin, Bester Darsteller, Beste Kamera und Beste Musik ins Rennen. In der Kategorie Bester Spielfilm sind Tim Fehlbaums Thriller »September 5« sowie Ali Samadi Ahadis Drama »Sieben Tage« nominiert. Für den Besten Dokumentarfilm geht »Soldaten des Lichts« (Regie: Julian Vogel, Johannes Büttner) ins Rennen, als Bester Kinderfilm ist »Zirkuskind« von Anna Koch und Julia Lemke nominiert. Weitere Nominierungen erhalten Mehmet Akif Büyükatalays Spielfilm »Hysteria« (Beste Darstellerin: Devrim Lingnau) sowie Nikias Chryssos’ »Rave On« (Beste Filmmusik: Ed Davenport, John Gürtler).
Weitere Neuigkeiten kommen aus Kassel: Regisseur Aliaksei Paluyan wurde mit seinem von der Hessen Film & Medien geförderten Projekt »Inkubator« für die renommierte Berlinale Script Station 2026 ausgewählt – eine von weltweit nur zehn ausgewählten Arbeiten.
Tradition mit Ausblick
Auch der hessische Empfang »Äppleritivo« wird 2026 wieder Teil des Berlinale-Rahmens sein.
»Mit dieser wunderbaren Filmauswahl und zahlreichen Initiativen und Events fahren wir mit pickepacke vollen Koffern nach Berlin. Dies alles ist das Ergebnis einer Förderung, die jungen Talenten Raum gibt, Experimente ermöglicht und neue Erzählweisen sichtbar macht. Der Blick geht klar nach vorn: Hessens Filmszene ist bereit für die nächsten zehn Jahre«, so Anna Schoeppe weiter.