Unsere Jurys haben in ihren aktuellen Sitzungen über die Förderung neuer Filmprojekte entschieden. In der Main Jury werden insgesamt 1.954.000 Euro an 14 Projekte vergeben – von der Produktionsvorbereitung über die Produktion bis hin zum Verleih. Darüber hinaus beschloss die Jury Stoffentwicklung Förderungen in Höhe von 109.000 Euro für vier Projekte. Die Jury Talentfilm fördert weitere Vorhaben in Höhe von 513.000 Euro. Mit unserer Unterstützung entstehen unter anderem neue Projekte von Maryam Zaree, Oliver Hardt, Hong Khaou, Radu Jude und Lara-Sophie Milagro.
Main Jury: Spielfilme mit gesellschaftlicher Dringlichkeit
Die höchste Fördersumme der Sitzung in Höhe von 460.000 Euro erhält der Spielfilm »Jumoke« von Oliver Hardt (Neopol Film, Frankfurt am Main). Der Film verhandelt soziale Ungleichheit und Nähe in Frankfurt, wo unterschiedliche Lebensrealitäten auf engem Raum nebeneinander existieren, und verbindet eine klare regionale Verortung mit globaler Perspektive. Hardts Drehbuch wurde 2023 mit dem Hessischen Film- und Kinopreis in der Kategorie »Bestes Drehbuch« ausgezeichnet.
Mit 400.000 Euro fördern wir zudem »The Ugly One«, einen Spielfilm von BAFTA-Preisträger Hong Khaou (Produktion: One Two Films, Produzent: Sol Bondy). Der Film basiert auf dem international erfolgreichen Theaterstück »Der Hässliche« von Marius von Mayenburg und erzählt von gesellschaftlichen Schönheitsnormen, Selbstoptimierung und Identität. Die Produktion entsteht als deutsch-britische Koproduktion mit Parkville Pictures, wird in Hessen gedreht und soll in Deutschland von X Verleih in die Kinos gebracht werden. Auch ein Teil der Crew stammt aus Hessen.
Ebenfalls in der Produktion unterstützen wir »Opfer« von Maryam Zaree (Komplizen Film) mit 410.000 Euro. Der Film blickt auf die Beziehung zweier Jugendlicher migrantischer Herkunft und stellt sie in den Kontext historischer Erinnerungsorte und Fragen von Täter- und Opferschaft, als eine Klasse während eines Ausflugs entdeckt, dass ihr Schullandheim früher ein Kriegsgefangenenlager war.
In der Produktionsvorbereitung erhält der Dokumentarfilm »Zootopia« von Tristan Ferland Milewski (Magic Films, Wiesbaden) 35.000 Euro. Der Film entwirft ein Gedankenexperiment über ein Zusammenleben ohne Hierarchien zwischen Menschen und Tieren und stellt die Frage, welche gesellschaftlichen Regeln wir als unveränderlich betrachten und welche wir neu denken könnten.
Darüber hinaus vergibt die Main Jury Verleihförderungen an vier Filme, darunter »Allegro Pastell«, der seine Weltpremiere auf der Berlinale feiern wird.
Talentfilm-Jury: Nachwuchs mit politischem Blick und neuen Formen
Die Jury Talentfilm fördert Nachwuchsprojekte, die aktuelle politische Themen für die Leinwand erschließen und dabei visuell wie dramaturgisch eigenständige Zugänge wählen. In der Produktionsvorbereitung wird »Mers Amères« von Amélia Janda (Patatino Film) mit 49.000 Euro unterstützt. Der Dokumentarfilm begleitet Menschen, die an den Außengrenzen der EU nach vermissten oder verstorbenen Geflüchteten suchen und Angehörige unterstützen.
In der Produktion werden das Künstlerinnenporträt »Embracing Darkness« über die hessische Künstlerin Sibylle Ruppert (Dobago Film, 68.000 Euro) sowie »Das letzte Dorf – Voices of Vakıflı« von Garegin Vanisian (Mayrig Filmproduktion, 100.000 Euro) gefördert, das das Leben der Nachfahren von Überlebenden des Genozids an den Armeniern 1915 dokumentiert. Ein innovatives Zeichen setzt der animierte Kurzfilm »Marta’s Gäste«: Pixel Pec aus Offenbach realisiert mit 50.000 Euro ein Projekt, das neue KI-Techniken im Animationsfilm erprobt.
Die Jury Talentfilm vergibt in dieser Runde insgesamt Förderungen in Höhe von 513.000 Euro an 10 Projekte.
Stoffentwicklung: 109.000 Euro für vier neue Projekte
In der Stoffentwicklung stellen wir 109.000 Euro für vier Projekte bereit. Gefördert werden Vorhaben von Janina Lutter, Amal El Ommali und Andrea Geißler, Samaya Hillenbrand, Lukas Eichenauer und Michael Münch. Die Förderung stärkt die frühe Phase, in der Stoffe künstlerisch geschärft und zur Produktionsreife entwickelt werden.

