Mit »Vaterland« läuft erstmals ein von uns geförderter Film im Wettbewerb um die Goldene Palme. Regisseur Paweł Pawlikowski feierte die Weltpremiere seines neuen Films am vergangenen Donnerstag im Palais des Festivals gemeinsam mit einem hochkarätigen Cast um Sandra Hüller, August Diehl, Devid Striesow und Hanns Zischler. Das international koproduzierte Drama erzählt von Thomas Mann und seiner Tochter Erika im politisch und gesellschaftlich zerrissenen Nachkriegsdeutschland des Jahres 1949 und bringt zugleich einen starken Bezug zu Frankfurt und Hessen auf die große internationale Festivalbühne.
Auch eine neue Regiestimme aus Hessen rückte in Cannes in den Fokus: Die gebürtige Darmstädterin Katharina Rivilis präsentierte ihren Debütfilm »I’ll Be Gone in June« in der renommierten Sektion Un Certain Regard. Die Reihe gilt seit Jahrzehnten als Bühne für neue filmische Handschriften und internationale Talente. Der Film begleitet eine 16-jährige Austauschschülerin in New Mexico kurz vor den Anschlägen des 11. September und erzählt von Fremdheit, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Umbruch. Produziert wurde das Projekt auch von Rivilis’ Darmstädter Firma Wolfskind Films.
Neben den Premieren auf der Leinwand ist Hessen auch im internationalen Branchenprogramm präsent. Gemeinsam mit Cinema do Brasil haben wir Filmschaffende bei einem Koproduktionsbrunch zusammengebracht und neue Verbindungen zwischen Brasilien und Deutschland geschaffen. Im Deutschen Pavillon beteiligten wir uns außerdem am Focus Germany Co-Production Breakfast mit dem Gastland Schweden. Zusammen mit Tatino Films stellten wir die neuen Teilnehmer*innen des internationalen Trainingsprogramms Full Circle Lab Nouvelle-Aquitaine Hessen vor. Ein weiteres Netzwerktreffen entstand gemeinsam mit Filmland Tschechien im Pavillon von Tschechien und der Slowakei.
Auch in der Stoffentwicklung setzt Hessen in Cannes ein Zeichen: Das von uns geförderte Projekt »Inkubator« von Regisseur und Autor Aliaksei Paluyan wurde mit dem Berlinale Talents Lab GRP Jury Award 2026 ausgezeichnet und zur Preisverleihung nach Cannes eingeladen. Darüber hinaus nahm die hessische Filmemacherin Hồng Anh Nguyễn mit ihrem Projekt »Schöngeist (Mouth of a Shark)«, das von der Hessen Film & Medien mit 30.000 Euro Drehbuchförderung unterstützt wurde, am Queer Palm Lab 2026 in Cannes teil. Die Teilnahme unterstreicht die internationale Sichtbarkeit hessischer Nachwuchsfilmschaffender auch in der Entwicklung queerer Stoffe.
Unsere Präsenz in Cannes zeigt, wie international der Filmstandort Hessen inzwischen vernetzt ist. Hier entstehen neue kreative Partnerschaften, internationale Koproduktionen und Geschichten, die ihren Weg von Hessen auf die Leinwände der Welt finden.





