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Gefeierte Filme, starke Kinos, große Talente: Hessischer Film- & Kinopreis 2026 verliehen

News 13. Okt 26

»I’ll be gone in June« erhält Preis für besten Spielfilm / Förderungen und Preisgelder für Filme und Kinos bleiben konstant

Zur Verleihung des 37. Hessischen Film- und Kinopreises hat Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels am 9. Oktober Jurymitglieder, Nominierte und Preisträgerinnen und Preisträger aus der Film- und Kinobranche begrüßt. Die Preisverleihung fand im Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums Frankfurt statt. Auf eine Gala wurde in diesem Jahr verzichtet, um die Preisgelder und Filmförderung ohne Kürzungen erhalten zu können.

 

Als bester Spielfilm wurde „I’ll be gone in June“ von Katharina Rivilis ausgezeichnet

Katharina Rivilis folgt in ihrem Film, der bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes Premiere feierte. der 16-jährigen Franny. 2001 kommt sie als Austauschschülerin nach New Mexico und sucht im Schatten des 11. Septembers nach Nähe, Freiheit und Zugehörigkeit. »Persönliche Erinnerung, historische Zäsur und jugendliche Sehnsucht verschmelzen zu einem Kinoerlebnis von großer sinnlicher Kraft«, so die Jury. Das Preisgeld beträgt 15.000 Euro.

Nominiert als bester Spielfilm waren außerdem »A sad and beautiful world« von Cyril Aris und »Vaterland« von Paweł Pawlikowski.

 

Der Preis für den besten Dokumentarfilm ging an »Sieben Kreise der Hölle« von Andrzej Klamt.

Darin verdeutlicht der Regisseur eindrücklich und erschütternd die grausame Realität des Ukraine-Krieges. Die Wahl des Filmtitels spielt auf Dantes Verständnis der Hölle an: Sie ist ein Spiegel menschlicher Entscheidungen und ihrer Folgen. »Der Film kommt seinen Protagonisten nah, ohne sie jemals auszustellen. Entstanden sind kurze Portraits über Menschen, denen der Krieg alles genommen hat«, begründet die Jury. Das Preisgeld beträgt 15.000 Euro.

Nominiert als bester Dokumentarfilm waren außerdem »Haus 4« von Philipp Schaeffer und »10s Across the Borders (The Beauty of Ballroom)« von Sze-Wei Chan.

 

In der Kategorie Bestes Drehbuch siegte »Brennende Haut« von Behrooz Karamizade und Sanaz Ghotb.

Die politischen und gesellschaftlichen Strukturen im Iran bilden den äußeren Konflikt der Geschichte. Maryams Vater wird verhaftet. Um ihre Familie zu retten, versucht Maryam, die zwielichtigen Geschäfte ihres Vaters zu übernehmen. »Mit großer Direktheit, handwerklicher Sicherheit und einem mutigen, schonungslosen Ende erzählt ›Brennende Haut‹ eine eindringliche Geschichte über Familie, Überleben und den Kampf eines Individuums in einem erdrückenden politischen System«, heißt es in der Jurybegründung. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

Nominiert als bestes Drehbuch waren außerdem »Bären sind geblieben« von Nur Muhammed Tarhan und »Prinzessin frisst Löwe« von Friederike Holtz.

 

In der Kategorie Bester Kurzfilm siegte »Bleifrei 95« von Emma Hütt und Tina Muffler.

Der Film erzählt von drei Freundinnen Mitte zwanzig, die am Ort ihrer Jugend wieder aufeinandertreffen. Zwischen Tankstellen-Cruising, Autobahnen und der ältesten Lesbenbar der Welt müssen sie ihre Freundschaft neu verhandeln. »Mit starker Handschrift schont sich hier keiner – die Spielenden gehen an ihre Grenzen, die visuellen Einfälle überraschen genauso wie Tempo und Wendungen der Geschichte. Eine Tour de Force, die Spaß macht, und wie es sich für ein spannendes Rennen gehört, aufregend bleibt bis zum Schluss«, heißt es im Jurytext. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

Nominiert als bester Kurzfilm waren außerdem »Hinterland« von Catrine Val und »Strangers with hats« von Petra Stipetić und Karolin Twiddy.

 

Als bester Hochschulabschlussfilm wurde »Blut und Wasser« von Nathalie Linke und Johanna Best (Hochschule Darmstadt) ausgezeichnet.

Der Film zeigt das Leben einer jungen Frau, die lebensfroh und unabhängig scheint. Dieses Bild wird jedoch erschüttert, als sie nach einem Notruf zu ihrer Familie fährt. Schnell fällt sie in alte Muster zurück und fühlt sich für das Wohl ihrer ganzen Familie verantwortlich. Doch wo beginnt die Suche nach dem eigenen, dem unabhängigen Leben? »Mit einer klaren Sicht auf das System Familie und auf die Krankheit Depression erzählt der Film, wie schwer es sein kann, Aufopferung von Verantwortung und Liebe von Ausnutzung zu trennen«, so die Jury. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

Nominiert als bester Hochschulabschlussfilm waren außerdem »Nijigen Confinement« von Zirui Chen (Kunsthochschule Kassel) und »Ob Du dasselbe für mich fühlst« von Janek Adelhelm (Hochschule Darmstadt).

 

Der Newcomer-Preis

Der mit 5.000 Euro dotierte Newcomer-Preis, über dessen Vergabe der Kunst- und Kulturminister entscheidet, geht an den Regisseur und Drehbuchautor Joscha Bongard aus Kassel. Damit wird ein Filmemacher ausgezeichnet, der gerade mit großer Geschwindigkeit auch international auf sich aufmerksam macht.

 

Der Hessische Kinopreis

Der Hessische Kinopreis ist, wie im Vorjahr, mit insgesamt 215.000 Euro dotiert. Er geht an 21 gewerbliche Kinos und zehn nicht-gewerbliche Kinos. Mit den Hauptpreisen und jeweils 20.000 Euro werden das Kino Traumstern in Lich und das Mal Seh’n Kino in Frankfurt ausgezeichnet. Das Harmonie Kino in Frankfurt erhält den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis der Kino-Jury für sein herausragendes Engagement in der Publikumsansprache. Die vollständige Liste der Kinopreisträger finden Sie hier. 

 

QMS RESPECT Award

Der QMS RESPECT Award geht an Karin Hanczewski und Godehard Giese. Sie initiierten 2021 die Coming-out Aktion #ActOut, mit der 185 Schauspielerinnen und Schauspieler sich als schwul, lesbisch, bi, queer, nicht-binär und trans outeten und verschlossene Türen in Sendern und Theatern kritisierten. Mit dem QMS RESPECT Award zeichnet die Queer Media Society (QMS) Personen aus, die sich für queere Sichtbarkeit in der Filmbranche einsetzen. Der Preis wurde auf Initiative von Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels 2025 erstmals vergeben und ist nicht dotiert.

Die Queer Media Society ist eine ehrenamtlich organisierte, aktivistische Initiative queerer Medienschaffender. Sie engagiert sich für gesellschaftliche Offenheit und Akzeptanz und setzt sich für Sichtbarkeit und Repräsentanz queerer Menschen und Inhalte in den Medien ein.

 

Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste Adaption

Die Frankfurter Buchmesse vergibt den »Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste Adaption«. In diesem Jahr wird der Film »Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte« ausgezeichnet. Regisseur und Drehbuchautor ist Volker Schlöndorff. Die Geschichte basiert auf Jenny Erpenbecks gleichnamigem Roman von 2007.

Der undotierte Preis zeichnet Literaturadaptionen aus, denen es in besonderer Weise gelingt, einen literarischen Stoff originell, eigenständig und dennoch nah an der Vorlage visuell umzusetzen. Die Auswahl erfolgt als »Director’s Choice«.

 

Schauspielpreis des Hessischen Rundfunks

Der Hessische Rundfunk verleiht den „Schauspielpreis des Hessischen Rundfunks“. Er geht an das neue Ermittlerduo des HR-Tatorts, Melika Foroutan und Edin Hasanovic, die seit Herbst 2025 in Frankfurt ermitteln. »Melika Foroutan und Edin Hasanovic tasten als neues Frankfurter Tatort-Duo auf beeindruckende Weise die Bruchstellen einer Gesellschaft ab, besonders im Tatort ›Fackel‹, in dem die Ursache eines katastrophalen Hochhausbrandes vertuscht werden soll. Azadi und Kulina sind gegensätzliche Figuren mit gemeinsamen Erfahrungen von Ausgrenzung – sie hat, wie Foroutan, iranische, er, wie Hasanovic, bosnische Wurzeln. Bei ihren Ermittlungen scheinen komplexe Erfahrungswelten durch, die im Tatort selten so authentisch erzählt wurden«, heißt es in der Jurybegründung.

 

Weitere Infos und die ausführlichen Jurybegründungen zu den Nominierungen und Auszeichnungen gibt es auf hier.

 

Impressionen

Fotos des Abends können im Kontext des Hessischen Film- und Kinopreises veröffentlicht werden. Bitte geben Sie bei Verwendung das jeweilige Copyright an und taggen Sie die Accounts des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (@hmwk_hessen) und der Hessen Film & Medien (@hessenfilmundmedien).

Sonja Schwarz
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© Sonja Schwarz Fotografie

Vero Bielinski
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© Vero Bielinski

 

Danke für diesen schönen Abend!