HessenFilm und Medien GmbH

Von Kommunen, Punk und Elternschaft: Hessen auf dem Filmfest München

Am 23. Juni startet das zweitgrößte Filmfestival Deutschlands: das Filmfest München. Vor Ort ist auch die HessenFilm und Medien, die zwei Weltpremieren mit Anke Engelke und Clemens Schick sowie eine Paneldiskussion und ein Networking-Event mit im Gepäck hat.

Zwei von der HessenFilm und Medien geförderte Produktionen laufen in der Reihe Neues Deutsches Kino auf dem Filmfest München. Beide Filme beschäftigen sich mit dem Thema Elternschaft und Familie, wenn auch in gänzlich unterschiedlicher Form: Die gebürtige Wiesba-denerin Carolin Schmitz stellt hier ihre Cross-Over-Produktion Mutter vor, die sich dem komplexen Thema Mutterschaft anhand von acht Originalstimmen von Frauen widmet, die durch die Darstellung von Anke Engelke in einer inszenierten Figur zusammengeführt werden. Christopher Roths Coming-of-Age-Film Servus Papa – See You In Hell handelt vom Leben in einer Kommune, in der Kinder ohne Eltern aufwachsen. Mit Schauspieler Clemens Schick als Herrscher der Kommune zeigt der Film, wie sich die Utopie einer neuen Gesellschaft zu einem reaktionären System entwickelt.

"Wir sind in diesem Jahr mit zwei geförderten Produktionen auf dem Filmfest München vertreten, die dort nicht nur ihre Weltpremiere feiern, sondern auch ins Rennen um den begehrten Förderpreis Neues Deutsches Kino gehen," so Anna Schoeppe, Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien. "Dabei spiegeln sie wunderbar die Bandbreite hessischer Filmproduktionen wider: Wild und punkig wird es bei 'Servus Papa – See You In Hell' und 'Mutter' stellt unsere enge Sicht auf Genres auf den Kopf. Auch im Rahmenprogramm möchten wir Denkmuster aufbrechen und fragen uns im Rahmen einer Paneldiskussion: wer erzählt im deutschen Film?."

Hessische Dreharbeiten in der Pandemie

Die Dreharbeiten zu Servus Papa – See You In Hell fanden an 22 Tagen im Spätsommer 2020 komplett in Hessen satt. Den besonderen Herausforderungen inmitten der Corona-Pandemie und des ersten Lockdowns konnte die Produktion dank des besonderen Drehorts trotzen: Auf Gut Kragenhof bei Kassel, der auf einer Insel in der Fulda liegt, blieb das Filmteam für einige Wochen unter sich. Servus Papa – See You In Hell ist eine Produktion von Arden Film in Ko-Produktion mit dem Hessischen Rundfunk, in Zusammenarbeit mit ARTE. Als einzige Länderförderung förderte HessenFilm und Medien den Spielfilm in der Produktion inklusive einer Sonderhilfe für pandemiebedingt entstandene Mehrkosten mit gut 500.000 Euro. Der Film startet im Verleih von Port au Prince im Herbst in den deutschen Kinos.

An vier Tagen drehte  Regisseurin Carolin Schmitz Teile ihres Films Mutter im November 2020 in Hessen. Die Aufnahmen entstanden überwiegend am Hessischen Staatstheater Wiesbaden sowie am Theater Rüsselsheim. Die Produktion von Sutor Kolonko in Koproduktion mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) band hessische Crew-Mitglieder ein, so etwa das gesamte Tondepartment. Über das Nachwuchs- und Quereinstiegsprogramm STEP der HessenFilm konnten zwei Set-Praktikant*innen der Hochschule RheinMain praktische Erfahrung am Set sammeln. Zusätzlich fand die gesamte Tonpostproduktion in Wiesbaden durch das Wiesbade-ner Tonstudio KlangBezirk statt. Bereits ab dem 25. Juni ist Mutter im Verleih von Mindjazz Pictures in den deutschen Kinos zu sehen. Die HessenFilm und Medien hat die Produktion des Films mit 125.000 Euro gefördert.

Die besten Nachwuchsleistungen in den Spielfilmen der Reihe gehen ins Rennen um den mit insgesamt 70.000 Euro dotierten Förderpreis Neues Deutsches Kino. Nominiert sind die beiden Filme Mutter sowie Servus Papa – See You In Hell in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch. Leo Altaras und Ina Paule Klink sind zudem für ihre Performance in Servus Papa – See You In Hell in der Kategorie Schauspiel nominiert.

Austausch und Debatte zu zukunftsweisenden Themen

Am 27. Juni lädt die HessenFilm und Medien im Rahmenprogramm des Filmfests München zu einem Panel ihrer Reihe film.macht.vielfalt. ein. Im Fokus der Diskussion mit dem Titel "Wer erzählt im Deutschen Film? – Mehr Mut zu diversen Geschichten" stehen dabei Zugänge zur Branche: Warum diese oft verschlossen bleiben und wie sich dies ändern lässt. Im An-schluss an die Veranstaltung kommt die HessenFilm und Medien bei einer Beergarden Convention zusammen. Dafür hat das Filmfest München im Garten des Festivalzentrums im Ameri-kahaus eigens einen bayerischen Biergarten hergerichtet, in dem sich die HessenFilm mit gela-denen Gästen zu aktuellen Themen rund um das Filmland Hessen austauschen möchte.

Zudem beteiligt sich Anna Schoeppe an einer Diskussion zum Thema familienfreundliches Drehen von ProQuote Film am 28. Juni. Gemeinsam mit Vertreter*innen von Sendeanstalten und Filmförderungen diskutiert sie hier mit Produzent*innen, Regisseur*innen und Pro Quote Film über Lösungsansätze für mangelnde Familienfreundlichkeit in der Branche.

Die 39. Ausgabe des Filmfests München findet vom 23. Juni bis 3. Juli statt.

 

Mehr Informationen zu HessenFilm und Medien finden Sie unter: www.hessenfilm.de

Mehr Informationen zum Programm STEP finden Sie unter: https://step.hessenfilm.de/#step

Mehr Informationen zum Filmfest München finden Sie unter: www.filmfest-muenchen.de

 

Nominierungen für den Förderpreis Neues Deutsches Kino 2022:

Förderpreis Neues Deutsches Kino 2022 REGIE
Carolin Schmitz für "Mutter"
Christopher Roth für „Servus Papa, See You in Hell“

Förderpreis Neues Deutsches Kino 2022 DREHBUCH
Carolin Schmitz für "Mutter"
Jeanne Tremsal, Christopher Roth für "Servus Papa, See You in Hell"

Förderpreis Neues Deutsches Kino 2022 SCHAUSPIEL
Leo Altaras, Ina Paule Klink für "Servus Papa, See You in Hell"