HessenFilm und Medien GmbH

Young Talents in Hessen: Brenda Lien

In der hessischen Film- und Medienszene tut sich was: Eine neue Generation von Filmschaffenden engagiert sich, um die Filmkultur vor Ort zu stärken. HessenFilm und Medien stellt die jungen Talente vor - was sie bewegt, was sie sich wünschen und woran sie gerade arbeiten. Heute in unserer Porträtreihe: Brenda Lien

Filmemacherin und Komponistin Brenda Lien © Brenda Lien

Eigentlich wollte Brenda Lien Pianistin werden, als sie mit 17 Jahren die Schule verließ. Deshalb ist es keine große Überraschung, dass die 1995 in Offenbach geborene Filmemacherin neben Drehbuch, Regie, Kamera und Schnitt auch die Filmmusik ihrer bisherigen Werke selbst beigesteuert hat.

Seit 2012 studiert die Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Filmische Erfahrungen konnte sie seit 2012 als Kamerafrau bei diversen Kurzfilmprojekten sammeln. 2013 machte sie nicht nur die Kameraarbeit für Oliver Rossols "Todkehlchen", sondern komponierte auch den Soundtrack zum Film. Mit ihrem zweiten Projekt in Eigenregie, "Call of Beauty", begründete Brenda Lien 2016 den Anfang ihrer Trilogie über populäre Internet-Videos und gewann den Frankfurter Filmpreis in der Kategorie "Young Professionals" auf der Visionale.

Die Fortsetzung folgte 2017 mit dem Animationsfilm "Call of Cuteness", der während seiner Festivaltour weltweit etliche Preise ergattern konnte und im Wettbewerb der Berlinale Shorts gezeigt wurde. Der für den deutschen Kurzfilmpreis nominierte Film wurde von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat "besonders wertvoll" ausgezeichnet.

Aktuell verpasst Brenda Lien ihrem Realfilm "Call of Comfort", dem letzten Teil der äußerst konsum- und gesellschaftskritischen Trilogie, den Feinschliff. Bevor sie sich auf den Weg auf die Berlinale zu den Hessen Talents macht, haben wir ihr noch schnell diese drei Fragen gestellt:

1. Warum lohnt es sich als junger Filmemacher in Hessen zu bleiben/arbeiten?
Ich bin ja im Frankfurter Raum aufgewachsen und obwohl es mich oft in die weite Ferne zieht, zieht es mich gleichermaßen in den Frankfurter Raum zurück. Hessen hat tolle Kunsthochschulen, aber auch gute technisch orientierte Filmschulen – das finde ich eine perfekte Kombination. Wenn wir Studierenden von diesen Hochschulen uns entscheiden hierzubleiben und uns gut vernetzen, können da interessante Projekte entstehen, die sowohl künstlerisch als auch technisch wertvoll sind. Da Filmemachen Team-Arbeit ist, ist die Entscheidung in Hessen zu bleiben natürlich eine kollektive. Wenn wir selber hier tätig sein wollen, sollten wir also auch unsere kreativ-arbeitenden Freund_innen und Bekannte dazu bewegen, hier zu bleiben oder herzukommen.

2. Was wünschst du dir für die hessische Filmbranche?
Dass kreative Menschen Hessen als einen aufstrebenden Standort sehen, der filmisch noch nicht so stark besetzt oder "sattgesehen" ist wie andere Großstädte. Außerdem ist Frankfurt politisch, kapitalistisch ein wichtiger Standort und es beherbergt u.a. den größten Internetknoten der Welt – ich finde da gibt es viele Themen, die nach filmisch künstlerischer Auseinandersetzung schreien.

Darüber hinaus wünsche ich mir, dass sich die eben schon erwähnten Hochschulen weiter vernetzen, aber auch praktisch mehr zusammenarbeiten. Wir haben ja den jährlichen Hessischen Hochschulfilmtag und auch das Hessen Talents Programm – bei solchen Veranstaltungen haben wir uns zum ersten Mal kennengelernt. Ich würde mir wünschen, dass sich diese Verbindung noch weiter vertieft.  

3. Was sind deine nächsten Projekte?
Mein nächster Film "Call of Comfort" ist fast fertig – das ist nach "Call of Beauty" und "Call of Cuteness" der dritte Film einer Trilogie über Internet-Videos. Danach beginne ich mit der Drehbuchentwicklung meines ersten Langfilms "Zero Drag" (AT), der auch zum Teil in Frankfurt spielen wird.

Bisher stellten wir Christoph O. Strunck, Peter Meister und Joanna Bielinski vor.