HessenFilm und Medien GmbH

"Rote Ohren fetzen durch Asche"

Restaurierung des queeren Kultfilms im Rahmen von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage

© Dietmar Schipek

Rote Ohren fetzen durch Asche ist eine Kollektivarbeit der österreichischen Avantgardekünstler*innen Ursula Pürrer, Dietmar Schipek und Ashley Hans Scheirl aus dem Jahr 1991.

Die Restaurierung und Digitalisierung erfolgte im Rahmen von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage, zu deren Konzept die Sicherung des filmischen Erbes von Regisseur*innen gehört. So leistet das Festival einen immensen Beitrag filmgeschichtlich wichtige Arbeiten, die nicht mehr adäquat verfügbar sind, im Zuge von Festivals, Kinos, Museen und Galerien einem großen Publikum wieder zugänglich zu machen.

Um die punkige Ästhetik des Experimentalfilms in der Digitalisierung zu erhalten, verzichteten die Initiator*innen des Projekts auf Kornreduzierung und Glättungen. Lediglich leichte technische Probleme wie Bildstand oder Fussel wurden korrigiert. Der Schwerpunkt der Bild-Restaurierung lag auf dem Erhalt der filmischen Materialität und Farbe. Sie sollte ein Gedächtnis des Super 8-Films seiner Zeit enthalten.

"Rote Ohren fetzen durch Asche" ist nun zum weltweit bedeutendsten Festival für Filmrestaurierung, Il Cinema Ritrovato in Bologna (25.6.–3.7.2022) eingeladen und läuft dort in der Sektion Great Small Gauge.

Weitere Infos zur Digitalisierung

 

Die HessenFilm und Medien unterstützte die Restaurierung/Digitalisierung des Films mit einer Fördersumme in Höhe von 50.000 Euro.

 

Über den Film

Über den Film"Rote Ohren fetzen durch Asche" bedient sich eines rauen Handlungsgerüsts, über das man alptraumartiges Design, bemalte Kulissen und surreale Objekte gebastelt hat: Eine Pyromanin namens Volley streift durch die Nacht, lüstern Objekte und Wohnungen in Brand setzend. Spy, Comics-Zeichnerin und Opfer Volleys, wird im Zuge ihres Vergeltungsschlages zur gewalttätigen Einzelgängerin. Und die sinistre Nun, Volleys Geliebte und Reptilien-Gourmet, schreitet in rotem Leder auf den Betrug an ihrer feuerfreundlichen Gefährtin zu, indem sie zur Komplizin Spys wird. [...] Schöne Stationen auf dem Weg dieses Films: Apokalyptische Lasterhaftigkeit, synthetisch pulsierende Noise-Tonspuren, unbedingter Körpereinsatz der Darsteller und Stop-Motion-Trickfilmerei. (Stefan Grissemann, Die Presse vom 20.03.1992)

 

Credits

Regie: Ursula Pürrer, Dietmar Schipek, Ashley Hans Scheirl
Darsteller:innen: Susanna Heilmayr, Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Margarete Neumann, Gabriele Szekatsch, Dietmar Schipek, Anthony Escott, Luise Kubelka
Produktion: Loop TV-Video Film Produktion, Wien
4K-Filmdigitalisierung: Lutz Garmsen
Farbkorrektur und digitale Restaurierung: Lutz Garmsen, Ursula Pürrer
Farbberatung: Barbara Flückiger, Giorgio Trumpy
Tonabtastung und -digitalisierung: Jean-Pierre Verscheure, Laurent Verscheure, CINEvolution
Tonbearbeitung, Restaurierung und Mischung: Marius Kuchenbecker
Tongestaltung und Bearbeitung: Eckhard Kuchenbecker, Nikolaus Garmsen
Projektleitung: Karola Gramann, Kinothek Asta Nielsen e.V.