HessenFilm und Medien GmbH

Flexibler, diverser, nachhaltiger: Hessische Filmförderung geht neue Wege

HessenFilm und Medien stellt sich mit flexibleren Förderbereichen, neuer Jurystruktur und mehr Geld für die Stoffentwicklung neu auf

Mehr Geld und mehr Zeit für vielfältigere Geschichten, ein erweitertes Förderspektrum und der Abbau bürokratischer Hürden: Die HessenFilm und Medien stellt sich unter anderem mit einer neuen Förderrichtlinie neu auf. Dazu gehören flexiblere Förderstrukturen, ein noch stärkerer Fokus auf den Nachwuchs und auf die Strukturen am Standort. Auch die ökologisch- und sozialnachhaltige Filmproduktion spielen eine zentrale Rolle.

Seit dem 1. Januar kann die HessenFilm und Medien ihren bestehenden Etat flexibler und damit gezielter für die Bedarfe des Filmstandorts nutzen. Grund hierfür ist der Wegfall der Verzinsung eines großen Teils der Förderdarlehen. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt von nun an direkt durch die HessenFilm, die diese neu gewonnene Flexibilität genutzt hat, um ihre Förderstruktur zu modernisieren und neue Förderinstrumente für einen wachsenden Film- und Medienstandort Hessen zu entwickeln.

Mit der neuen Richtlinie erhalten Filmschaffende und insbesondere der filmische Nachwuchs besonders viel Flexibilität für die Entwicklung ihrer Geschichten und können so in Genres oder Formate eintauchen und besser auf einen sich rasch ändernden Markt reagieren. Die Förderinstrumente der HessenFilm greifen nun zudem noch besser ineinander, was den gesamten Förderprozess verschlankt.

Fokus auf Stoffentwicklung und Produktionsvorbereitung
Mit einem klaren Fokus auf die Entwicklung von Geschichten setzt die neue Richtlinie der HessenFilm finanziell und konzeptionell verstärkt auf die Stoffentwicklung als Voraussetzung für qualitativ hochwertige Filme und Serien. In Zukunft können Projekte bereits ab der ersten Projektidee eine Förderung erhalten. Die HessenFilm ermöglicht durch ein neues Fördersystem die gleichzeitige Beantragung mehrerer Förderarten – das baut bürokratische Hürden ab und stärkt die Freiräume der Filmschaffenden.
Über Anträge aus dem Bereich Stoffentwicklung entscheidet in Zukunft außerdem eine eigene Jury mit einem spezifischen Blick für diese frühen Projektstadien.

Stärkung des hessischen Nachwuchses und der Strukturen am Standort
Die Möglichkeit der gleichzeitigen Förderung von mehreren Projekten für hessische Nachwuchsunternehmen bleibt, und zusätzlich erhalten jetzt auch etablierte hessische Produktionsfirmen die Möglichkeit einer Paketförderung von bis zu fünf Projekten. Mit dieser Strukturfördermaßnahme wird der Übergang von jungen Produktionsunternehmen zu einem sich am Markt etablierten Unternehmen gefördert.

Der erforderliche Hessen-Effekt (Betrag der Fördersumme, der in Hessen ausgegeben werden muss) wird bei Filmen mit Produktionskosten von über 1,5 Millionen Euro von 150 Prozent auf 125 Prozent gesenkt. Unnötige Umzüge von Dreharbeiten werden so vermindert, eine grünere Filmproduktion gefördert. Ökologische Mindeststandards sind seit 1. Januar 2022 verpflichtend.
Mit dem Erfolgsdarlehen können Produzentinnen und Produzenten, die ein gefördertes Projekt abgeschlossen haben, die eigentlich zurückzuzahlenden Fördermittel für ein neues Projekt verwenden. Das fördert langfristige Beziehungen zum Standort.

Mehr Geld für Filmkultur, mehr Vielfalt
Das Land hat die zur Verfügung stehende Summe für die Festivalförderung 2022 um weitere 550.000 Euro erhöht und damit bereits die im Koalitionsvertrag zugesagte Verdoppelung zu 2019 erreicht. Die Erhöhung soll auch die faire Bezahlung der Mitarbeitenden sicherstellen. Jährliche Festivals können zudem eine Festbetragsfinanzierung beantragen, um zuverlässiger planen zu können.
Mit dem Haushalt 2022 erhält die HessenFilm und Medien erneut zusätzliche Mittel für die Unterstützung der Kinos im ländlichen Raum. Auch 2022 können so in Verbindung mit dem Programm Ins Freie! wieder zahlreiche Kino-Open-Air-Veranstaltungen stattfinden. So wird die Struktur der Kinos nachhaltig gestärkt.

Von der Idee bis zur Umsetzung: Kreative und mutige Ideen für die Zukunft mit einer erweiterten Förderung innovativer Formate
Die bestehende Medienförderung (zuvor: Innovative digitale audiovisuelle Inhalte) wird auf Projekte in fortgeschrittenem Status erweitert. Digitale oder audiovisuelle Projekte wie etwa Virtual sowie Augmented Reality Inhalte, Webserien oder Games können nun zusätzlich zur Projektentwicklung (maximale Fördersumme 10.000 Euro) auch Projektförderung bzw. die Herstellung eines Prototyps beantragen (maximale Fördersumme 50.000 Euro).

film.macht.vielfalt.: Ein nachhaltiger Beitrag zu mehr Vielfalt im Film
Mit der neuen Richtlinie nimmt die HessenFilm und Medien die Vielfalt der geförderten Projekte vor und hinter der Kamera stärker in den Blick.
Für die Branche und die Mitarbeitenden der HessenFilm finden im Rahmen der Veranstaltungsreihe film.macht.vielfalt. regelmäßig Workshops und Panels zu verschiedenen diskriminierungskritischen Themen statt. Zudem erhalten auch die Jurys ein diversitätssensibles Briefing. Die HessenFilm und Medien stellt Mentoringangebote bereit und fördert u.a. die diversitätssensible Beratung von Projekten, Kinderbetreuung während Dreharbeiten, den Einsatz von Expert*innen wie z.B. Intimacy Coordinators, Green Consultants oder Antidiskriminierungsbeauftragten sowie diskriminierungskritische Lektorate in der Stoffentwicklung. Mit dem Weiterbildungsprogramm STEP hat die HessenFilm und Medien bereits 2020 eine Förderung mit Schwerpunkt auf unterrepräsentierte Gruppen in der Filmbranche entwickelt, die künftig weiter ausgebaut werden soll.

Die HessenFilm und Medien hat ihre neue Förderrichtlinie heute gemeinsam mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Im Anschluss hatte die HessenFilm zu einer Branchenveranstaltung in der Evangelischen Akademie Frankfurt geladen, an der rund 70 Branchenmitglieder teilnahmen und rund 40 Interessierte den Livestream verfolgten.


Die neue Förderrichtlinie steht hier bereit.