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"Borga" ist Bester Spielfilm 2021 beim Filmfestival Max Ophüls Preis

Drei weitere Auszeichnungen für "Borga" von York-Fabian Raabe // Jonas Holdenrieder (Trübe Wolken) ist Bester Schauspielnachwuchs

© Chromosom Film/East End Film

© Salzgeber

Die digitale Ausgabe des 42. Filmfestival Max Ophüls Preis ist am Samstag mit der ebenso digitalen Preisverleihung zu Ende gegangen. Für das Filmteam von Borga gab es gleich vier Mal Grund zur Freude: Das Drama von Regisseur York-Fabian Raabe ist nicht nur Bester Spielfilm 2021, sondern hat auch den Publikumspreis Spielfilm 2021 und den Preis der Ökumenischen Jury 2021 gewonnen. Hauptdarsteller Eugene Boateng erhielt zudem den Preis für den gesellschaftlich relevanten Film als Associate Producer und Schauspieler.

Das Kino-Debüt des gebürtigen Kasselaners York-Fabian Raabe wurde in Ghana, Mannheim und Kassel gedreht und erzählt die Geschichte von Kojo Danso, der vom kleinen Elektroschrottsammler in Ghana zum schillernden Geschäftsmann in Deutschland aufsteigt: zu einem "Borga". Die Jury um Pegah Ferydoni, Nataly Kudiabor, Johannes Maria Schmit und Ngo The Chau lobte dabei besonders das Narrativ des Films, der seine Handlung konsequent aus der Schwarzen Perspektive erzählt.

Die Begründung im Wortlaut:
"Wie gelingt ein gutes Leben, in einer Welt, die aufgrund uralter Prinzipien der Unterdrückung und Ausbeutung und menschengemachter Katastrophen am Abgrund steht?
Die Macher·innen von BORGA scheinen zu wissen, zu spüren und zu erleben: So wie wir bisher gelebt, geliebt und gearbeitet haben, geht es nicht weiter!
In einer epischen Erzählweise, ohne Angst vor Schönheit und mit Empathie für sämtliche Figuren, spricht der Film eine ganz besondere Einladung aus: mithilfe eines unerhörten Narrativs - einer konsequent Schwarzen Perspektive im deutschen Kino - nach Antworten zu suchen.
Denn dort wo das Menschsein das Problem ist, liegt im Menschsein zugleich die Chance!"

Borga ist eine deutsch-ghanaische Kinokoproduktion von Chromosom Film, East End Film sowie Deal Real Productions mit dem SWR/Debüt im Dritten und ARTE. Mit 90.000 Euro erhielt Borga die höchste Fördersumme der HessenFilm in der Jurysitzung des Gremiums 2 im Bereich Produktion (Dezember 2017).


Max Ophüls Preis: Bester Schauspielnachwuchs 2021 geht an Jonas Holdenrieder für TRÜBE WOLKEN

Auch der HessenFilm-geförderte Coming-of-Age-Thriller Trübe Wolken von Christian Schäfer wurde beim Festival positiv aufgenommen. Für seine Darstellung des Außenseiters Paul erhält Jonas Holdenrieder den Max Ophüls Preis Bester Schauspielnachwuchs.

Die Jury sagt:
"Jonas Holdenrieder geht in TRÜBE WOLKEN das Risiko ein, eine Hauptfigur weitestgehend auf nonverbaler Ebene zu spielen. Die kalte unbewegliche Welt unterstreicht Jonas beeindruckend mit seinem fast statischen Spiel.  Er spiegelt die düstere Atmosphäre seiner Umgebung, diese kleinbürgerliche Ordnung der Dinge, die steifen, konstruierten Zustände in der Familie, ohne jemals in die Entäußerung zu gehen. Man spürt diese Enge in sich selbst und möchte laut schreien, um sich mit ihm gemeinsam zu befreien. Nichts liegt klar auf der Hand, aber es gelingt Jonas Holdenrieder, das Nichterklärbare spürbar zu machen. Chapeau für diese Leistung!"

Wir gratulieren allen Preisträger*innen und wünschen weiter viel Erfolg!