HessenFilm und Medien GmbH

14. LICHTER Filmfest Frankfurt International: Filme im Regionalwettbewerb stehen fest

Neun HessenFilm-geförderte Produktionen im Wettbewerb

© LICHTER Filmfest Frankfurt International

Vom 27. April bis zum 2. Mai 2021 findet die 14. Ausgabe des LICHTER Filmfests Frankfurt International statt. Das Festival, das in diesem Jahr das Thema "Wandel" in den unterschiedlichsten Dimensionen beleuchtet, fungiert als Plattform für die regionale Filmszene und zeigt eine Auswahl von Filmen aus aller Welt.

Aus über 150 eingereichten Kurz- und Langfilmen aus Hessen und Rhein-Main wählte die Auswahlkommission 12 Langfilm- und 23 Kurzfilmproduktionen für das diesjährige Programm aus. Insbesondere der Nachwuchs unter den regionalen Filmemacher*innen ist in diesem Jahr stark vertreten. Bemerkenswert sind zudem die auffallend vielen narrativen Formate: "Das Verhältnis von Dokumentarfilm zu Spielfilm hat sich erstmals in der Geschichte des LICHTER Filmfests zugunsten der inszenierten Erzählung entwickelt. Sechs Spielfilme im Wettbewerb zeugen von einem Aufbruch in der hessischen Filmlandschaft", sagt LICHTER-Festivaldirektor Gregor Maria Schubert.


Starke HessenFilm-geförderte Filme im Wettbewerb
Im regionalen Langfilmwettbewerb laufen insgesamt sieben von der HessenFilm geförderte Produktionen, die die Vielfalt an Geschichten, Erzählformen und Inszenierungen der hessischen Filmlandschaft einmalig widerspiegeln:

Welche Verantwortung tragen wir für die Zukunft und wie können wir diese gestalten? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Dokumentarfilm Wer wir waren von Marc Bauder. Der Film begleitet sechs Denker*innen und Wissenschaftler*innen in die Tiefen des Ozeans und bis in die Weiten des Weltraums, während sie die Gegenwart reflektieren und in die Zukunft blicken. Im Februar wurde Wer wir waren im Rahmen des European Film Markets in der Sektion Berlinale Special der 71. Filmfestspiele Berlin uraufgeführt.

Ein besonderes Highlight im diesjährigen Langfilmwettbewerb ist der bei der 71. Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnete Dokumentarfilm Herr Bachmann und seine Klasse der Regisseurin Maria Speth. Der Film begleitet Schüler*innen einer sechsten Klasse der Georg-Büchner-Schule aus dem hessischen Stadtallendorf. Fast alle der Schüler*innen haben einen Migrationshintergrund und sprechen zum Teil noch kein Deutsch. Der emphatische Lehrer Bachmann zeigt beispielloses Engagement für seinen Schüler*innen und hilft ihnen, sich zu Hause zu fühlen, neue Kulturen und Lebensentwürfe zu entdecken und Konflikte mit Worten zu lösen.

Ebenso läuft Coup von Sven O. Hill im regionalen Wettbewerb des LICHTER Filmfests. Der Film erzählt in einem Mix aus Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilm die wahre und unglaubliche Geschichte eines Bankangestellten, beruhend auf den Original-Interviews. Coup gewann den Förderpreis Neues Deutsches Kino bei den Hofer Filmtagen 2019.

Tommy B. erzählt die Geschichte von dem 1954 in Darmstadt geborenen Thomas Betzler alias Tommy B. Als Schlagzeuger gründet er die legendäre Electronic-Rock-Band Peacock und startet hoffnungsvoll in seine musikalische Karriere. Der Frankfurter Regisseur Enrico Corsano verlässt sich ganz auf die vielseitigen Erzählungen seines Protagonisten, um so das Porträt eines Menschen zu schaffen, der der Unvorhersehbarkeit des Lebens mit Offenheit und Optimismus zu begegnen weiß.

Der biographische Dokumentarfilm Son of Cornwall des in der Rhein-Main-Region ansässigen Filmemachers Lawrence Richards kreist um das Leben und die Karriere des Opernstars John Treleaven und erzählt von Erfolg und Aufopferung, den Traum eines Musikers zu leben.

Der beim Filmfestival Max Ophüls Preis gleich vierfach ausgezeichnete Film Borga des in Kassel lebenden Regisseurs York-Fabian Raabe erzählt aus einer konsequent Schwarzen Perspektive von Ghanaern, die es im Ausland zu Wohlstand bringen wollen. Auch der Elektroschottsammler Kojo träumt von einer solchen Zukunft als "Borga".

Auch der Coming-of-Age-Thriller Trübe Wolken des Dillenburger Nachwuchsregisseurs Christian Schäfer lief im Wettbewerb Spielfilm in Saarbrücken und gewann für die schauspielerische Leistung von Jonas Holdenrieder die Auszeichnung für den Besten Schauspielnachwuchs. Trübe Wolken handelt von dem 17-Jährigen Außenseiter Paul, der eine merkwürdige Faszination auf seinen Lehrer und eine seiner Mitschülerinnen ausübt. Doch das Unheimliche bricht sich vom Grund der tristen Normalität eines grauen Provinzstädtchens unaufhaltsam Bahn.

Eine Handvoll Wasser des Frankfurter Regisseurs Jakob Zapf und der Frankfurter Produktionsfirma Neopol Film erzählt die Geschichte des knurrigen Rentners Konrad (gespielt von Jürgen Prochnow), der kein großer Menschenfreund ist und meist schlechte Laune hat. Doch als er die 10-jährige Thurba kennenlernt, die von zu Hause abgehauen ist, als die Polizei ihre Familie abschieben wollte, scheint sich etwas in ihm zu rühren. Zwischen dem jungen Mädchen aus dem Yemen und dem alten Konrad entwickelt sich eine unerwartet innige Freundschaft.

Der neueste Film des Nachwuchsregisseurs Piotr Lewandowski, König der Raben, erzählt vom jungen Überlebenskünstlers Darko, der sich Hals über Kopf in eine schöne Unbekannte verliebt, über die er eigentlich nichts weiß. Die Beziehung mit ihr wird zur mentalen Zerreißprobe, denn obwohl sie nur mit ihm zu spielen scheint, riskiert er für die neue Liebe alles.

Geplant ist eine Hybrid-Ausgabe. Sollte die Situation keine Präsenzveranstaltungen erlauben, wird ein zweites Mal eine LICHTER On Demand – Ausgabe stattfinden, wie dies bereits 2020 der Fall war. Mehr Infos zur diesjährigen Festivalausgabe und dem regionalen Wettbewerb stellt die LICHTER Website bereit.