HessenFilm und Medien GmbH

Young Talents in Hessen: Yasmin C. Rams

Eigentlich wollte Yasmin C. Rams ja Kunst und Malerei studieren. Mit ihrem ersten Besuch auf der Berlinale im Jahr 2006 ändern sich ihre Pläne jedoch, denn dort verliebt sie sich Hals über Kopf in den Film als kreative Ausdrucksform. Studiert hat sie schließlich Afrika- und Asienwissenschaften sowie Soziologie an der Humboldt Universität zu Berlin, um umfangreicheres Wissen über die Welt, die sie in Filmen reflektieren wollte, zu erwerben. Mit dem Filmstudium in Los Angeles on-top, arbeitet sie zunächst als Assistentin an der Yangon Film School in Myanmar und führt 2011 erstmals Co-Regie bei dem mittellangen Dokumentarfilm Miriam.

Mit ihrer ersten Produktionsfirma produziert sie mehrere Kurzfilme unterschiedlicher Filmschaffender bis sie 2012 an ihrem eigenen Kurzfilm A Life in Blue arbeitet, der eine myanmarische Sweatshop-Arbeiterin in Thailand portraitiert. Der folgende Dokumentarfilm Im Exil verlangt schließlich vollen Einsatz von ihr: Für den Film des myanmarischen Regisseurs Tin Win Naing wohnt sie acht Monate in einer kleinen Grenzstadt zwischen Myanmar und Thailand und dokumentiert die historischen ersten myanmarischen Wahlen seit damals 20 Jahren. Im Exil feiert auf dem Toronto International Film Festival Premiere und wird als Best Human Rights Documentary in Boston ausgezeichnet. 

Das Reisen scheint Teil ihrer DNA zu sein. Gemeinsam mit dem Regisseur, Produzent und Autor Rodney Charles führt Yasmin C. Rams die Produktionsfirma Perennial Lens mit Büros in Darmstadt (Hauptsitz) und Los Angeles. Aktuell produziert sie ihren eigenen Dokumentarfilm Go Heal Yourself, der mitunter von Hessen und der MFG Filmförderung unterstützt wird.

Die engagierte Filmemacherin gönnt sich nur selten eine Pause. Denn wenn sie nicht gerade um die Welt jettet und Filme produziert, arbeitet sie als Programmkuratorin für das Myanmar Filmfest Festival in Los Angeles oder als Jury Mitglied bei Filmfestivals wie dem Women in Film Fishing Fund.

Anlässlich ihrer Arbeit als Regionalsprecherin der AG Dok Hessen und ihrem Engagement bei der Jungen Generation hessischer Film haben wir ihr unsere drei Fragen gestellt.

 

Warum lohnt es sich als junge Filmemacherin in Hessen zu bleiben/arbeiten?
Zum einen liebe ich meine hessische Heimat einfach. Zum anderen befindet sich die hessische Filmbranche derzeit im Aufbruch. In der jungen Generation und der Initiative HessenFilm sind wir besonders aktiv in unseren Bemühungen, zusammen mit der Förderung und der Politik eine hessische Filmbranche zu kreieren, die uns allen ermöglicht, Filme auf dem höchsten Qualitäts-Niveau zu produzieren. Es herrscht eine aufregende, inspirierende Stimmung, an der viele tolle Filmemacher_innen und Film-Organisationen mitwirken.

Was wünschst Du Dir für die hessische Filmbranche?
Ich erlebe die hessische Branche als eine besonders solidarische Filmbranche. Wir haben einige wirklich kreative Köpfe in Hessen und ich wünsche mir, dass wir zusammen immer mehr besonders gute Filme produzieren können, die die nationalen Grenzen überschreiten. Weiterhin würde ich mir wünschen, dass wir es schaffen, auch den Hessischen Rundfunk endlich zu einem bedeutenden Element für die hessische Filmbranche zu machen. Dies steht derzeit noch für eine gesunde Entwicklung der hessischen Filmindustrie aus.

Was sind Deine nächsten Projekte?
Derzeit befinde ich mich in der Vorproduktion für meinen neuen Kinodokumentarfilm "Heil Dich Doch Selbst", der von HessenFilm und MFG gefördert ist und mit 3Sat ko-produziert wird. Zudem sind wir derzeit in der Finanzierungsphase des Action-Thrillers "Bush Boys" unter der Regie von Rodney Charles. Dieser entsteht als eine Südafrikanische Ko-Produktion. Ebenfalls unter der Regie von Rodney Charles entwickeln wir derzeit das Drama "Aarons Verkündung". Als Ko-Produzentin unterstütze ich das talentierte hessische Produktionsteam hinter Joana Stamers Spielfilm-Debut "Alles Was Ich Jetzt Weiß".