HessenFilm und Medien GmbH
Sebastian Jansen und Svenja Büttner © Eumel Film

Zeitbasierte Medien, ein Studium an der Hochschule Mainz, das sich dem interaktiven und audiovisuellen Mediendesign widmet: Diesen Studiengang haben die Werdegänge von Svenja Büttner und Sebastian Jansen, Gründer der 2017 ins Leben gerufenen Produktionsfirma Eumel Film gemeinsam. Genauso zeitbasiert, oder besser zeitgemäß, ist ihr neuestes Projekt „Der kleine Achill“, ein Kinderkurzfilm, in dem griechische Mythologie und heutige „Spielplatzdynamik“ aufeinandertreffen. Im Fall von Svenja Büttner und Sebastian Jansen bedeutet gemeinsam arbeiten, sich gegenseitig ergänzen. Während Sebastian Jansen als Regisseur und Cutter agiert und mit seinem Abschlussfilm „Das Mädchen von Kasse 2“ mehrere Kurzfilmpreise gewonnen hat, sammelte Büttner nach ihrem Abschluss Erfahrungen als Producerin und setzte unter anderem Werbe- und Imagefilme für Porsche, Lidl und Die Deutsche Bahn um.

Anlässlich ihrer bald beginnenden Dreharbeiten zu „Der kleine Achill“ haben wir ihnen drei Fragen gestellt.

Warum lohnt es sich als junge Filmschaffende in Hessen zu bleiben/arbeiten?

Hessen birgt solch ein riesiges Potential an „Filmproduktionsgut“, sei es in Bezug auf einzigartige Landschaften und Architektur, oder schlicht auf wirtschaftliche Infrastruktur. Natürlich steigt jährlich die Anzahl der Produktionen in Hessen, doch der Anteil von hessischen Produktionsunternehmen daran ist verschwindend gering. Für viele mag dies ein Standortnachteil sein, man möchte sich lieber in einer Umgebung niederlassen, die filmisch (sei es Werbung, TV oder Kino) wesentlich erschlossener ist, wie beispielsweise München, Hamburg, Köln oder Berlin. Doch ist es nicht wesentlich spannender (und freilich auf lange Sicht auch lukrativer) Teil des Auflebens und Erblühens eines Filmstandortes zu sein, als sich in einem bestehenden Gefüge zurechtfinden und beweisen zu müssen? Eumel Film entscheidet sich ganz firm für erstere Variante und plant auf mehrere Jahre hin in Hessen Geschichten zu erzählen, in Hessen zu produzieren und in Hessen zu leben. Abgesehen davon können wir ohne Ahle Wurscht und Grüne Soß’ gar nicht leben …

 

Was wünschst du dir für die hessische Filmbranche?

Aufschwung, Aufschwung, Aufschwung. Man möge sich zusammenschließen und seine Ressourcen und Kontakte teilen. Hessen ist im wortwörtlichen Sinne alles andere als „überdreht“, sodass es keinerlei Gründe gibt, Konkurrenzdenken zwischen Filmproduktionen aufkommen zu lassen. Im Gegenteil: Schulterschluss und gemeinsam nach vorne. Wir wünschen uns mehr Mut, Anfänge zu wagen. Viele scheuen den Weg nach Hessen, da sie weniger Infrastruktur oder professionelle/s Personal/Freelancer erwarten als in anderen deutschen Filmhochburgen. Diese Vermutung ist nicht einmal falsch, doch wir fragen: Wie soll jemand von einer Profession wie beispielsweise „Production Design" für Spielfilme in Hessen leben, wenn es kaum Produktionen und Produktionsfirmen im Land gibt. Wir wünschen uns für die hessische Filmbranche, dass genügend Unternehmer die hier schlummernden Chancen erkennen. Und dann geht es gemeinsam nur noch in eine Richtung: nach oben.

 

Was sind deine nächsten Projekte?

Mit dem Serienpiloten „Der kleine Achill“ starten wir unseren Weg in die hessische Filmwelt. Im Sommer dieses Jahres werden wir - unterstützt von der hessischen Filmförderung - die erste Folge zu unserer geplanten Kinderserie „Kleine Helden“ produzieren. Bei dem Projekt „Der kleine Achill“ handelt es sich um eine Geschichte, die das Epos rund um die Ilias und den Kampf um Troja sowie dessen legendäre Helden nutzt, um sie mit einer modernen Geschichte rund um Spielplatz-Dynamik und Mobbing zu verbinden. Nun, wie machen wir das? Wir verwandeln einen Abenteuerspielpark im hessischen Hochheim am Main in die antike Stadt Troja und lassen Kinder im Alter von 8-12 Jahren die großen Helden wie Achill, Hektor, Paris oder Helena mimen. 

Neben der Produktion und der anschließenden Postproduktion von „Der kleine Achill“ arbeiten wir an der Ausarbeitung der Serie „Kleine Helden“ und entwickeln neben einer Serienbibel bereits die Drehbücher der weiteren Episoden mit Titeln wie „Der kleine Odysseus“ oder „Der kleine Ikarus“.