HessenFilm und Medien GmbH

Young Talents in Hessen: Frédéric Hambalek

©Frédéric Hambalek

Um in der Filmbranche Fuß zu fassen und Schritt für Schritt Erfolge zu feiern, dafür muss man nicht unbedingt an einer klassischen Filmhochschule studiert haben. Beispielhaft ist hier der Werdegang von Frédéric Hambalek. 1986 in Karlsruhe geboren, besuchte er nach dem Abitur und einem schnellen Studienwechsel die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, wo er von 2007 bis 2014 ein Studium der Filmwissenschaft und Amerikanistik absolvierte. Während seiner Studienzeit sammelte er praktische Erfahrungen an der Filmakademie Ludwigsburg sowie beim ZDF und erhielt 2012 ein Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz für die summer school mit dem Schwerpunkt Creative Writing.

Seitdem schreibt und dreht er Kurzfilme, die erfolgreich auf Festivals laufen. Ein Paradeprojekt ist dabei der von HessenFilm und Medien geförderte Kurzfilm Bergfieber, der bereits auf über 20 Festivals präsentiert wurde, davon auf drei renommierten oscar-qualifying Festivals in den USA. Aktuell tourt der Film mit Shorts Attack durch ganz Deutschland und kann sich mit über 240.000 Vimeo-Klicks weltweit rühmen.

Erfreulich für den hessischen Filmstandort ist, dass es ihn nicht in die typischen Filmstädte München und Berlin gezogen hat, sondern dass er seit 2010 zusammen mit Peter Meister in Bensheim die Produktionsfirma Kabakon Film & Medien führt, die sowohl Spiel- als auch Werbe- und Imagefilme realisiert.

Während seines Stipendiums an der Drehbuchwerkstatt München, die er von 2015 bis 2016 besuchte, vertiefte er seine praktischen Erfahrungen im Drehbuchschreiben. Das dort betreute Drehbuch „Das schlafende Mädchen (AT)“ wurde 2016 schließlich mit dem Tankred-Dorst-Preis ausgezeichnet und 2017 vom ZDF unter der Regie von Rainer Kaufmann verfilmt. Der TV-Krimi „Der Polizist und das Mädchen“ mit Albrecht Schuch („Bad Banks“) in der Hauptrolle feiert beim diesjährigen Filmfest München seine Premiere. Frédéric Hambalek unsere drei Fragen zu stellen, war also schon längst überfällig.


1. Warum lohnt es sich als junger Filmschaffender in Hessen zu bleiben/arbeiten?
Zunächst ist die Arbeit, die HessenFilm und Medien gerade im Nachwuchsbereich leistet, wirklich vorbildlich. Hier gibt es starke Anreize und gute Chancen, auch für Newcomer. Außerdem findet man hier auch sonst alles, was man zum Filmemachen braucht, ob das nun professionelle Crews oder unverbrauchte Drehorte sind. Manche Branchenvertreter suggerieren, man könne nur in Berlin/München/Hamburg tolle Filme machen. Das halte ich für einen Mythos. Das Talent und der Wille aller Beteiligten zählen, egal in welcher Stadt oder welchem Land man sich befindet. 

2. Was wünschst du dir für die hessische Filmbranche? 

Es wäre schön, wenn sich hier auf lange Sicht Produktionsfirmen etablieren könnten, die bundesweit und international genauso mitmischen können wie die einschlägigen Vertreter aus Berlin oder München. Würde man die guten Anreize, wie z.B. die Talentpaketförderung, weiter steigern, könnte hier in 5-10 Jahren eine Produktionslandschaft von ganz neuer Qualität entstehen, da bin ich mir sicher.

3. Was sind deine nächsten Projekte? 

Gerade schreibe ich das Drehbuch für meinen ersten Langfilm als Regisseur. Nächstes Jahr will ich unbedingt drehen. Außerdem verdiene ich mein Geld als freischaffender Drehbuchautor. In dieser Funktion arbeite ich für verschiedene Produktionsfirmen in ganz Deutschland (aus Hessen hat mich übrigens noch nie eine Anfrage erreicht, siehe Punkt 2). Unter anderem ist ein Psychodrama für das Fernsehen in Entwicklung, zwei Serien für Streamingdienste und ein Biopic fürs Kino. Wir werden sehen, welches Projekt als nächstes zündet.