HessenFilm und Medien GmbH

Young Talents in Hessen: Christian Schäfer

©Rabiatfilm

Ein junger Filmemacher, der gekonnt zwischen Genres changiert und ein Faible für Außenseiterfiguren mit Identitätskonflikten hat: Der Regisseur und Produzent Christian Schäfer zeigte bereits mit seinem ersten Kurzfilm im Jahr 2014, dass er als Nachwuchstalent einiges erwarten lässt: Mit Zwei Gesichter schuf er eine Bestandsaufnahme des Themas Homophobie im Fußball – der Film, der auf YouTube zu sehen ist, wurde über 280.000-mal angeschaut und von Seiten des DFB unterstützt. Auch sein mittellanger Spiel- und Abschlussfilm Dieter Not Unhappy über einen eigenwilligen und schwer zugänglichen Kunstbuchdrucker mit Christoph M. Ohrt, Leslie Malton und François Goeske in den Hauptrollen erhielt viel Aufmerksamkeit und feierte seine Uraufführung beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2018.

Aufgewachsen ist er im mittelhessischen Herborn. Nach seinem Fachabitur im Bereich Sozialwesen fand Christian Schäfer schnell den Weg in seine Traumbranche. Bei Film- und Theaterproduktionen sammelte er Erfahrungen in der Aufnahmeleitung und als Regieassistent und belegte von 2013 bis 2018 an der Hochschule Macromedia in Köln das Studium Film und Fernsehen im Fachbereich Regie.
Nahe seiner Heimat, in Fleisbach, drehte er im Sommer 2020 große Teile seines ersten Kinofilms. Trübe Wolken heißt der Coming-of-Age-Thriller, für den er mit Jonas Holdenrieder (Ballon), Valerie Stoll (Parfum) und Devid Striesow (Ich bin dann mal weg) in den Hauptrollen einen prominenten Cast gewinnen konnte (Trailer).

Auch mit Trübe Wolken feierte Christian Schäfer in diesem Jahr Uraufführung in Saarbrücken und konnte sich über zahlreiche begeisterte Stimmen aus Zuschauerschaft, Fachpublikum und Presse freuen.
Sein Langfilm-Debüt entführt uns in eine kalte unbewegliche Welt, in der sich das Unheimliche vom Grund der tristen Normalität eines grauen Provinzstädtchens unaufhaltsam Bahn bricht. Atmosphärisch dicht erzählt, mit starker Besetzung und unverkennbarer eigener Handschrift ist Christian Schäfer ein Debüt der besonderen Art gelungen. Zu sehen ist der Film aktuell auf dem größten hessischen Filmfestival, dem LICHTER Filmfest Frankfurt International, wo er im Wettbewerb Regionale Langfilme läuft und bis zum 9. Mai aufrufbar ist (hier).

Welch schöneren Anlass gäbe es, dem hessischen Nachwuchstalent unsere drei Fragen zu stellen.


Warum lohnt es sich als junge Filmemacher*in in Hessen zu bleiben/arbeiten?
Die Filmlandschaft in Hessen erweckt bei mir eine gewisse Aufbruchstimmung. Ich habe das Gefühl, dass sich viel bewegen wird in den kommenden Jahren hinsichtlich Ausbau von Infrastrukturen und kommender Nachwuchsgenerationen. Zudem bietet Hessen viele bisher noch nicht bespielte Orte an denen es sich lohnt, seine filmischen Werke umzusetzen.

Was wünschst Du Dir für die hessische Filmbranche?
Filme und Filme machen zu leben, das wäre ein schöner Wunsch. Hessen als Filmlandschaft, in der junge wie alte Filmemacher*innen Hand in Hand an Projekten arbeiten und auch weiterhin die Unterstützung bekommen, mutige Ansätze abseits des Mainstreams verfolgen zu können.  

Was sind Deine nächsten Projekte?
Wir, mein Kollege Glenn Büsing (Produzent/Autor) und ich, arbeiten gemeinsam an neuen Konzepten, welche wir mit unserer Produktionsfirma, der Rabiatfilm GmbH, planen umzusetzen.  
Wir haben den Mut, Geschichten und vor allem Figuren zu erzählen, die polarisieren, Aufmerksamkeit erregen und woanders keine Chance hätten. So entstehen Werke im Autorenfilmerstil, die gesellschaftliche Randthemen beinhalten, ohne zu langweilen.
Wir stehen für eine junge Generation von Filmemacher*innen in Deutschland: Eigenwillig, leidenschaftlich, vielfältig, queer und zeitgemäß!