HessenFilm und Medien GmbH

Preisträger Hessischer Fernsehpreis 2017

Beste Schauspielerin

Corinna Harfouch in "Viel zu nah" von Petra K. Wagner © Hessischer Rundfunk

Corinna Harfouch in „Viel zu nah“
ARD 2017, Regie: Petra K. Wagner

Caro ist Mutter, Caro ist Polizistin. Diese beiden Leben prallen plötzlich aufeinander, als sie ihren geliebten Sohn eines Gewaltverbrechens verdächtigt. Corinna Harfouchs ist Caro. Sie vereint dabei scheinbar weit entfernte Gegensätze. Die Figur, die sie spielt, ist verwundet, irregeleitet, suchend. Gleichzeitig ist sie Fundament des Films, das, worauf alles lastet. Sie entwickelt selbstbewusst eine atemberaubende Präsenz. Gleichzeitig ordnet sie ihr Spiel demütig der Geschichte unter. Corinna Harfouch lebt förmlich in den Sätzen dieses klugen Drehbuchs. Ihre stärksten Momente hat sie jedoch, wenn sie schweigend innehält. Dann ist sie im besten Sinne bildfüllend. Corinna Harfouch hat den Mut zur Pause. Und so hypnotisiert sie uns Zuschauer, lässt uns eintauchen in Caros Innenwelt. Wir zweifeln mit ihr, wir triumphieren mit ihr, wir rätseln mit ihr - und am Ende erkennen wir.

 

 

Bester Schauspieler

Jens Harzer im rbb-Tatort "Amour fou" © rbb / Andrea Hansen

Jens Harzer in „Tatort – Amour fou“
ARD 2017, Regie: Vanessa Jopp

Wäre dieser „Tatort“ ein Uhrwerk, Jens Harzer wäre seine Triebfeder. Er hat 90 Minuten Zeit, eine Figur zu entwickeln, und diese Zeit nimmt er sich auch. Er spielt Armin, einen  schwulen Witwer -  traurig, hochintelligent, unnahbar. Jens Harzer schickt uns auf eine Reise. Auf dieser Reise wird unser Bild von diesem Armin ständig verändert. Wir starten mit Ablehnung, dann zweifeln wir, wir rätseln, wir verdächtigen, und am Ende - selten im „Tatort“-Kosmos – sind wir zu Tränen gerührt. Das ist Storytelling! Ein guter „Tatort“ ist immer auch eine Momentaufnahme unserer Gesellschaft. „Amour fou“ ist ein ehrenvolles Plädoyer für Toleranz und gegen Ausgrenzung. Jens Harzers berührendem Spiel ist es aber zu verdanken, dass dieser „Tatort“ mehr ist als ein Lehrstück; Harzer erhebt es zu einer universellen Liebesgeschichte, zu etwas, was über den Zeitgeist hinausragt.