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Die Preisträger der Kinokulturpreise 2018©Markus Nass

Die Jury zu den Hessischen Kinokulturpreisen 2018

In diesem Jahr lagen der Jury insgesamt 28 Einreichungen vor. Neueinreicher war das Lichtspielhaus Bambi und Camera in Bad Schwalbach.

Die jährlichen Anträge zur Auszeichnung mit den Hessischen Kinokulturpreisen spiegeln das bunte Spektrum der hessischen Kinolandschaft wider: Studentenkinos, Landkinos, Kinos mit besonderem Schwerpunkt oder die kommunalen Kinos. Was sie alle gemeinsam auszeichnet, sind die kreativen Kinobetreiber, Programmgestalter, Theaterleiter und die engagierten Teams, die hinter ihnen stehen.

Das Ergebnis ist ein breites Programmangebot mit zahlreichen Sonderveranstaltungen, Filmgästen und anderen ausgefallenen Ideen, um das Publikum ins Kino zu locken. Wie bereits im vergangenen Jahr erfreut sich die Jury an der wachsenden Präsenz von Dokumentar- und Kurzfilmen in den Kinosälen. Vor allem die Kinos auf dem Land scheuen sich nicht, Filme außerhalb des publikumswirksamen Mainstreams zu zeigen, während in den Stadtkinos einige prominente Gäste zu Filmgesprächen aufwarteten.

Die Jury lobt das große Engagement, die ausgefallenen Ideen sowie die anspruchsvolle, aber wohl durchdachte Programmgestaltung. Die zahlreichen Kooperationen der Kinos sind wichtig für die Dynamik der Kinolandschaft, und daran sollen die Kinobetreiber unbedingt festhalten.

Insgesamt vergibt die Jury in diesem Jahr zehn Kinokulturpreise für nicht gewerbliche Kinos und elf Kinokulturpreise für gewerbliche Kinos.

 

Jurybegründung Hessischer Kinokulturpreis für nicht gewerbliche Kinos und Kinoinitiativen

Bei den nicht gewerblichen Kinos stechen in diesem Jahr erneut das Kommunale Kino Weiterstadt sowie das TRAUMAkino Marburg und das Filmforum Höchst hervor.

Das Kommunale Kino Weiterstadt konnte erfreulicherweise das hohe Niveau aus dem Vorjahr halten und führt sein besonderes erlesenes Arthouse-Programm trotz oder wegen seines Standorts fort. Wenn es der lokalen Nachfrage nachkommt, dann mit großem Engagement und vor allem einer persönlichen Note.

Beim TRAUMAkino Marburg stehen das politische Kino und das Queer-Cinema hoch im Kurs, bei seiner anspruchsvollen Programmgestaltung bleibt es hartnäckig. Besonders zu würdigen ist, dass alle Filme in OmU oder in der Originalfassung gezeigt werden.

Dem Filmforum Höchst steht die tolle Pressearbeit gut zu Gesicht. Die vielen und besonderen Festivals sowie die spezielle Programmgestaltung, die auch viele Dokumentar- und erfreulicherweise viele Hochschulfilme berücksichtigt, werden textlich sehr gut aufgearbeitet. Das nicht gewerbliche Kino befindet sich daher auf einem hohen Niveau.

Die Jury findet, dass diese besonderen Kinos eine Auszeichnung mit dem Spitzenpreis in Höhe von jeweils 5.000 Euro verdient haben.

Aber auch bei den übrigen prämierten nicht gewerblichen Kinos sind Weiterentwicklungen, leidenschaftliches Engagement, eine hohe Kooperationsbereitschaft, ein kuratiertes und gut durchdachtes Programm sowie der Mut zu außergewöhnlichen Reihen bemerkbar.

 

Jurybegründung Hessischer Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos

Zwei Kinos konnten in diesem Jahr den Spitzenpreis in Höhe von jeweils 20.000 Euro einkassieren.

Beide Kinos befinden sich örtlich in der hessischen Provinz, das Kino Traumstern in Lich und Capitol Kino in Witzenhausen. Das Licher Traumstern bietet, sich der aktuellen Kinosituation durchaus bewusst, eine schöne Mischung an Filmangeboten und kann über 1.300 Vorstellungen bei nur einem Kinosaal stolz sein. Erfreulich ist auch die Einbettung von Dokumentarfilmen und innovativen Reihen trotz der Nachfragesituation. Auch das Capitol Kino in Witzenhausen zeichnet sich durch eine gute Mischung aus, wobei insbesondere der Einsatz des Filmkunsttrailers vor publikumswirksamen Filmen als eine sehr innovative Methode zur Steigerung der Besucherzahlen wahrgenommen wurde. Beide Spielstätten beeindrucken die Jury mit ihrem hohen leidenschaftlichen Engagement und ihrer großen Liebe zum Kino, und das obwohl sie aufgrund ihrer örtlichen Situation erschwerte Bedingungen haben.

Überzeugen konnten in diesem Jahr erneut die Harmonie Kinos, die nun nach dem Umbau des Foyers und des Kleinen Saals in neuem Glanz erstrahlen und die trotz der Renovierungsarbeiten mit ausgefallenen Filmreihen und einer zielgruppengerechten Programmierung das hohe Niveau halten konnten. Ebenso bemerkenswert ist die Arbeit des Mal seh’n Kinos , das trotz seiner überschaubaren 80 Sitzplätze mit seinem zwar zum Teil alternativem, aber sehr wohl durchdringendem Programm eine tolle Atmosphäre schaffen. Das Orfeo‘s Erben hält weiterhin an seinem anspruchsvollen Programm mit oft schwierigen und unangepassten Filmen fest. Alle Kinos punkten mit einer guten Öffentlichkeitsarbeit.

Insgesamt bieten die prämierten gewerblichen Kinos gute Filmreihen, zahlreiche Sonderveranstaltungen, ein gutes Maß an europäischen Produktionen und Kurzfilmprogrammen, und stehen Kooperationen z. B. mit Filmhochschulen offen gegenüber.

 

Verteilung der Preisgelder

Gewerbliche Kinos

Capitol Kino Witzenhausen | 20.000 Euro

Kino Traumstern Lich | 20.000 Euro

Mal seh'n Kino | 15.000 Euro

Orfeo's Erben | 15.000 Euro

Harmonie Kinos | 11.000 Euro

BALi-Kinos Kassel | 8.000 Euro

Filmladen Kassel | 8.000 Euro

Lichtspielhaus Lauterbach | 8.000 Euro

programmkino rex Darmstadt | 5.000 Euro

Kammer-Palette-Atelier Marburg | 5.000 Euro

KULT Kinobar Bad Soden | 5.000 Euro

 

Nicht gewerbliche Kinos und Kinoinitiativen

Kommunales Kino Weiterstadt | 5.000 Euro

Filmforum Höchst | 5.000 Euro

TRAUMAkino Marburg | 5.000 Euro

Kino des Deutschen Filmmuseums | 3.000 Euro

Murnau Filmtheater | 3.000 Euro

Caligari FilmBühne | 3.000 Euro

Filmkreis - Das Unikino in Darmstadt | 2.000 Euro

Kino Pupille Uni Frankfurt | 2.000 Euro

Kommunales Kino Eschborn | 1.000 Euro

naxos.KINO - Dokumentarfilm & Gespräch e.V. | 1.000 Euro