HessenFilm und Medien GmbH

Young Talents in Hessen: Peter Meister

In der hessischen Film- und Medienszene tut sich was: Eine neue Generation von Filmschaffenden engagiert sich, um die Filmkultur vor Ort zu stärken. HessenFilm und Medien stellt die jungen Talente vor - was sie bewegt, was sie sich wünschen und woran sie gerade arbeiten. Heute in unserer Porträtreihe: Peter Meister von Kabakon Film.

Peter Meister am Set © Peter Meister

Wenn man an die Hotspots der hessischen Film- und Kinoszene denkt, kommt einem Bensheim vermutlich nicht als erstes in den Sinn. Doch der Schein trügt: Peter Meister, 1987 in Bonn geboren und in besagter Stadt in Südhessen aufgewachsen, ist seinen Wurzeln treu geblieben und hat in Bensheim erfolgreich seine Firma Kabakon Film & Medien etabliert.

Doch der Reihe nach: Schon während seines Studiums der Filmwissenschaft, Literatur und Philosophie in Mainz hat Peter Meister zahlreiche Assistenzen und Praktika im Filmbereich (u.a. beim "kleinen Fernsehspiel" (ZDF)) absolviert. Hinzukamen Regieassistenzen am Theater. In dieser Zeit begann Peter Meister außerdem erste Kurz- und Imagefilme zu drehen – zusammen mit seinem späteren Partner bei Kabakon Film & Medien, Frédéric Hambalek.

Seit 2015 realisieren die beiden nun mit ihrer Produktionsfirma die unterschiedlichsten Projekte und das erfolgreich: Peter Meisters Kurzfilme wurden mehrfach ausgezeichnet und liefen auf zahlreichen renommierten Festivals weltweit.

"Es war feucht, dunkel und roch nach Holz" (in Zusammenarbeit mit der Rüsselsheimer Kunst-/Theatergruppe sechzig90) erhielt eine lobende Erwähnung der Jury beim Interfilm Kurzfilmfestival Berlin und gewann den 1. Preis des Filmz-Festivals des Deutschen Kinos Mainz sowie den Publikumspreis beim Shorts at Moonlight Kurzfilmfestival. "Parkplatzliebe" wurde mit dem Award of Excellence beim Canada International Filmfestival ausgezeichnet. Sein jüngstes Werk "Menschenjagd", das auch von HessenFilm und Medien gefördert wurde, befindet sich derzeit in der Postproduktion.

Aktuell ist Peter Meister Stipendiat der 29. Drehbuchwerkstatt München und entwickelt dort seinen Debütfilm "Das Schwarze Quadrat". Anlässlich seiner Teilnahme bei Marktplatz Drehbuch, einer Pitching-Veranstaltung der HessenFilm und Medien, MFG Baden-Württemberg und des Kuratoriums junger deutscher Film im Rahmen des Max Ophüls Preises, haben wir ihm drei Fragen gestellt:

1. Warum lohnt es sich als junger Filmemacher in Hessen zu bleiben/arbeiten?
Ich empfinde Hessen und seine Filmszene als sehr unverbraucht. Man merkt, dass sich hier gerade viel tut – besonders für den Nachwuchs. Perspektiven wie die Debüt- und Zweitfilmförderung oder die Talentpaketförderung der HessenFilm und Medien sind super Anreize! Attraktiv ist für mich außerdem die Wirtschaftskraft der Rhein-Main Region (für den Imagefilm-Bereich) und die Tatsache, dass ich in Hessen aufgewachsen bin: Ob Drehortsuche, Komparsen oder Freelancer…man profitiert beim Filmdreh in vielerlei Hinsicht von guter Orts- und Menschenkenntnis.

2. Was wünschst Du Dir für die hessische Filmbranche?
Köln, München, Berlin (sowieso) oder auch Stuttgart/Ludwigsburg…ich habe das Gefühl, dass in anderen Bundesländern die Filmwelt oft zentraler an einem Ort gebündelt ist, was zu einer intakteren und besser vernetzten Branche führt. Man kennt sich, man unterstützt sich. Ich finde, dass da in Hessen noch Luft nach oben ist.

In jüngster Vergangenheit habe ich beispielsweise mit einer Kunst-/Theater-/Filmgruppe aus Rüsselsheim gedreht, mit Leuten aus Frankfurt, Wiesbaden/Mainz und eben auch Bensheim. Ich hatte immer den Eindruck, dass jeder für sich sein eigenes lokales Süppchen kocht. Frankfurt (oder vielleicht auch Wiesbaden?) könnte deshalb in meinen Augen gerne noch mehr Anziehungskraft für Filmschaffende entwickeln. Ach…und vor allem auch der/die ein oder andere Schauspieler/in könnte gerne mal zur Abwechslung in Hessen bleiben, anstatt - wie alle anderen auch - nach Berlin zu ziehen.

3. Was sind Deine nächsten Projekte?
Ich schreibe gerade an zwei Langfilmprojekten: Als Stipendiat der Drehbuchwerkstatt der HFF München "Das Schwarze Quadrat" (Kino, Komödie) und zusammen mit Rainer Ewerrien an einer Langfilmfassung meines letzten Kurzfilms "Menschenjagd" (ebenfalls Kino, Komödie). Außerdem bereite ich als Produzent ein Paket für die Talentpaketförderung vor und produziere einen Werbefilm für die Lebenshilfe Hessen. Und sollte mir das auf Dauer alles zu schreibtischlastig werden, dann drehe ich bestimmt zwischendurch nochmal einen kleinen Kurzfilm.