HessenFilm und Medien GmbH

Young Talents in Hessen: Joanna Bielinski

©Vero Bielinski

Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Das dachte sich wohl auch die damals zehnjährige Joanna Bielinski, als sie Mitte der 90er Jahre in Bad Homburg mit der Videokamera ihres Vaters ihren ersten Film drehte. Folglich nahm sie nach dem Abitur ein Studium an der Akademie für Bildende Künste in der Filmklasse Mainz und der University of West London auf, das sie 2009 mit einem BA in Film Studies und Video Production abschloss. Während dieser Zeit experimentierte sie mit Kurzfilmen, die im Programm diverser Filmfestivals zu sehen waren und die die eine oder andere Auszeichnung erhielten: Ihr experimenteller Spielfilm „Ana“ (2007) beispielsweise wurde mit dem 1. Preis bei der „visionale07“, dem ältesten JugendMedienFestival Hessens, prämiert und lief auch beim „Up and coming Int. Film Festival Hannover“ sowie beim „Kyoto Student Film & Video Festival“ in Japan.

Praktische Erfahrungen im Regiefach sammelte die gebürtige Polin als 2. Regieassistenz bei größeren Produktionen wie „Hin und weg“ (2014, R: Christian Zübert), „3 Türken und ein Baby“ (2015, R: Sinan Akkuş) sowie „Ein Atem“ (2015, R: Christian Zübert), die alle vom Land Hessen gefördert wurden. Joanna Bielinski lebt ihre Kreativität auch in der Erstellung und Ausstellung von experimentellen Videoarbeiten und -installationen aus sowie in der Produktion von Imagefilmen. Einen kleinen Einblick in ihre Arbeit gibt die Website www.jo-film.de.

Aktuell arbeitet sie an dem kritischen Kurzfilm „REA“, der bis Ende Januar in Frankfurt und Bad Homburg gedreht wurde und häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer thematisiert. Das mit 15.000 Euro von HessenFilm und Medien geförderte Projekt wird in diesem Jahr bei einigen Festivals zu sehen sein. Vielleicht kann sie sich dann über weitere Preise freuen. Wir wünschen ihr viel Erfolg dafür und baten sie um Antworten auf diese drei Fragen:

1. Warum lohnt es sich als junger Filmemacher in Hessen zu bleiben/arbeiten?
Seit meiner Kindheit träumte ich von Kinofilmsets, die damals für mich nur in „unerreichbarer“ Ferne zu sein schienen (z.B. Berlin, München). Mit 15 durfte ich bei Michael Gutmanns Kinofilm „Herz im Kopf“ als Komparse mitmachen, der tatsächlich im Raum Frankfurt gedreht wurde! Seither wünschte ich mir noch viel mehr Filmproduktionen in meiner Heimat. Was kann ich heute sagen? Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Die Filmbranche hier wächst dank HessenFilm und Medien stetig an. Warum weggehen, wo alle anderen hingehen, wenn hier die hessische Filmkultur blüht.

2. Was wünschst du dir für die hessische Filmbranche?
Zuallererst freut es mich sehr, dass die hessische Filmszene insbesondere den Nachwuchs fördert und weiter fördern möchte, was ich natürlich auch sehr befürworte. 
Was ich mir noch wünschen würde? Dass beispielsweise mehr Cast und „Head of Departments“ (z.B. Kameramänner, Regisseure usw.) verstärkt in Hessen vertreten sind.

3. Was sind deine nächsten Projekte?
Sobald mein Kurzfilm „REA“ fertig gestellt ist, entwickle ich meine zwei Spielfilmprojekte weiter – ein komödiantischer Horrorthriller „GOLD“, der bereits beim Drehbuchcamp gefördert wurde, sowie ein Psychodrama einer Mutter – ebenfalls ein spannendes Tabuthema. Im Rahmen dessen werde ich meinen YouTube Kanal erweitern. Ich finde, dass man das Medium Film mit Social-Media-Kanälen noch mehr verknüpfen könnte, da dort viel Potential steckt.